Vortrag von Prof. Gertrud Maria Rösch
Bis 1914 war Ludwig Thoma (1867-1921) einer der schärfsten Kritiker des Wilhelminischen Kaiserreichs, denn er gehörte zu den Autoren der Münchner Satire-Zeitschrift Simplicissimus. Nach einem Zensur-Skandal, der den Verantwortlichen Frank Wedekind ins Gefängnis brachte, bot sich Thoma die einzigartige Chance, mit seinen eigenen Gedichten und einer berserkerhaften Arbeitswut die Zeitschrift auf Erfolgskurs zu bringen. Über die vielfachen Presseprozesse - die ihn 1906 selbst für sechs Wochen ins Gefängnis brachten - wurde er berühmt und berüchtigt.