Die Nacht der Bibliotheken

60.000 Besucher begeisterte die Nacht der Bibliotheken

Rund 60.000 Besucherinnen und Besucher ließen sich bei der "Nacht der Bibliotheken" am 11.11.2011 von dem leidenschaftlichen Programm begeistern, das knapp 200 Bibliotheken in ganz NRW ihnen boten. Unter dem Motto "Total verknallt in Bibliotheken!" präsentierten sich öffentliche, kirchliche, wissenschaftliche und Spezialbibliotheken als attraktive Treffpunkte für Erwachsene, Jugendliche, Kinder und Familien. Speeddating, Liebeslyrik im Aufzug, Lovesongs, Tango Workshops und Lesungen bekannter Autoren boten den Besuchern reichlich Gelegenheit, sich gut zu unterhalten, Neues zu erleben und einander näher zu kommen. 

Bis Mitternacht wurde an vielen Orten der Bestand an Büchern, Hörbüchern, DVDs, e-books und CDs nach neuen Lieblingsstücken durchforstet. Und mancher Besucher nutzte die Gelegenheit, einen Bund fürs Leben einzugehen: Schließlich gab es Bibliotheksausweise hier und da sogar umsonst.

Der Wissenschaftsjournalist und Moderator Ranga Yogeshwar, der beim Pressegespräch  im Oktober betont hatte, welch zentrale Rolle Bibliotheken in unserer Gesellschaft spielen, begeisterte sein Publikum in der Stadtbibliothek Köln.

Dank an alle, die mit viel Engagement
ein leidenschaftliches Programm boten!
Ihr Verband der Bibliotheken in NRW (vbnw)


Grußwort des Schirmherren Ranga Yogeshwar



Die Beziehung zu Bibliotheken habe ich sozusagen mit der Muttermilch aufgesogen. Mein Großvater, S.R. Ranganathan, war Bibliothekar in Indien und hat neben der Colon-Klassifikation die fünf Grundgesetze für Bibliotheken aufgestellt, die ich auch heute noch für richtig halte:
  • Books are for use (Bücher sind zum Benutzen da)
  • Every book its reader (Jedem Buch seinen Leser)
  • Every reader his book (Jedem Leser sein Buch)
  • Save the time of the reader (Die Zeit des Lesers sparen)
  • A library is a growing organism (Eine Bibliothek ist ein wachsender Organismus).
Ich selbst nutze Bibliotheken, wenn es spezielle Fragen zu klären gilt, und ich mache meinen Kindern die Bedeutung von Bibliotheken klar. Für mich sind Bibliotheken der Klebstoff, der in einer Kultur das Wissen zusammenhält, vielfältige Informationen zusammenführt und es gleichzeitig ermöglicht, diese zu teilen. Das Teilen von Gedanken gehört zur Offenheit und Freiheit einer Gesellschaft. Bibliotheken sind Orte, die dieses Teilen ermöglichen. Dabei sind Bibliothekare aktive Organisatoren der neuen Wissensgesellschaft oder Scouts der modernen Informationsgesellschaft. Darum stellt sich auch gar nicht die Frage nach dem Oder, wenn es um Bibliotheken und Internet geht: Wenn die Suchmaschinen im Internet eines Tages überfordert sind, wird man auch hier diese Organisatoren brauchen.

Das Motto der nächsten „Nacht der Bibliotheken“ „Total verknallt in Bibliotheken“ weist für mich darauf hin, dass Bibliotheken Orte der Begegnung sind, in denen sich Menschen mit einer besonderen, vielleicht einer besonders liebenswerten Grundhaltung treffen. In einer Bibliothek geht es nicht um Kommerz, sondern um Qualität und um Wahrheit. Gerade in einer Informationsgesellschaft dürfen Informationen nicht isoliert stehen. Außerdem gehört zur Kultur einer Gesellschaft die Gemeinsamkeit von Menschen, diese Gemeinsamkeit kann in der Bibliothek stattfinden.

Gedanken leben nur, wenn sie geteilt werden – und das leisten Bibliotheken.

Ranga Yogeshwar 
Schirmherr der Nacht der Bibliotheken 2011


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